Kapitel 5
Kokain und Crack

Angebot und Verfügbarkeit von Kokain (133)

Herstellung und Handel

Kokain ist nach Cannabiskraut und Cannabisharz die weltweit am häufigsten gehandelte Droge. Der sichergestellten Menge nach zu schließen – 578 Tonnen weltweit im Jahr 2004 – fand der Handel vorwiegend in Südamerika (44 %) und Nordamerika (34 %) statt, gefolgt von West- und Mitteleuropa (15 %) (CND, 2006).

Kolumbien ist weltweit mit Abstand der größte Lieferant von illegalem Koka, gefolgt von Peru und Bolivien. Die weltweite Produktion von Kokain ist im Jahr 2004 auf schätzungsweise 687 Tonnen gestiegen, zu denen Kolumbien 56 %, Peru 28 % und Bolivien 16 % beitrugen (UNODC, 2005). Der Großteil des in Europa sichergestellten Kokains gelangt direkt aus Südamerika (vor allem Kolumbien) oder über Zentralamerika und die Karibik auf den europäischen Markt. Als Transitländer oder ‑gebiete für in die EU eingeführtes Kokain wurden 2004 Surinam, Brasilien, Argentinien, Venezuela, Ecuador, Curaçao, Jamaika, Mexiko, Guyana und Panama genannt (nationale Reitox-Berichte, 2005; WZO, 2005; CND, 2006; INCB, 2006a; Europol, 2006). Ein Teil des Kokains wurde auch über Afrika, vermehrt über Westafrika und die Länder am Golf von Guinea (vor allem Nigeria), aber auch über Ostafrika (Kenia) und Nordwestafrika über die Inseln vor der Küste von Mauretanien und Senegal eingeführt (CND, 2006; INCB, 2006a). Kokain gelangt nach wie vor in erster Linie über Spanien, die Niederlande und Portugal sowie über Belgien, Frankreich und das Vereinigte Königreich in die EU (nationale Reitox-Berichte, 2005; CND, 2006; Europol, 2006). Zwar spielen Spanien und die Niederlande noch immer eine große Rolle als Umschlagplätze für das in die EU eingeführte Kokain, jedoch haben die intensiveren Kontrollen an der spanischen Nordküste (Galizien) und die Strategie 100%iger Kontrollen von Flügen aus bestimmten Ländern (134) am Flughafen Schiphol (Amsterdam) wohl dazu beigetragen, dass alternative Routen gefunden wurden, die beispielsweise zunehmend über Afrika, aber auch über Ost- und Mitteleuropa führen, und eine Weiterverteilung aus diesen Ländern nach Westeuropa erfolgt (nationale Reitox-Berichte, 2005; WZO, 2005; INCB, 2006a).

Sicherstellungen

Im Jahr 2004 wurden in der EU bei schätzungsweise 60 000 Sicherstellungen 74 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Die meisten Sicherstellungen von Kokain werden aus westeuropäischen Ländern gemeldet, insbesondere aus Spanien, auf das etwa die Hälfte der in den letzten fünf Jahren in der EU erfolgten Sicherstellungen und beschlagnahmten Mengen entfällt (135). Im Zeitraum 1999 bis 2004 stieg die Zahl der Sicherstellungen von Kokain (136) auf EU-Ebene insgesamt an, während die sichergestellten Mengen (137) zwar schwankten, insgesamt aber ebenfalls eine steigende Tendenz aufwiesen. Den Berichten zufolge sind die Mengen jedoch im Jahr 2004 offenbar gesunken – was vielleicht darauf zurückzuführen ist, dass im Vorjahr in Spanien eine außergewöhnlich große Menge Kokain beschlagnahmt worden war.

Preis und Reinheit

Hinsichtlich des durchschnittlichen Verkaufspreises von Kokain gab es im Jahr 2004 große Unterschiede zwischen den EU-Ländern: Er lag zwischen 41 EUR pro Gramm in Belgien und über 100 EUR pro Gramm in Zypern, Rumänien und Norwegen (138). Die inflationsbereinigten Durchschnittspreise von Kokain (139) folgten im Zeitraum 1999 bis 2004 in allen Berichtsländern (140) insgesamt einem Abwärtstrend. Ausnahmen bildeten hier Luxemburg, wo die Preise bis 2002 fielen und anschießen stiegen, und Norwegen, wo die Preise 2001 stark anstiegen und sich anschließend stabilisierten.

Im Vergleich zu Heroin war der durchschnittliche Reinheitsgrad des konsumierten Kokains recht hoch und reichte 2004 von 24 % in Dänemark bis zu 80 % in Polen, wobei die meisten Länder einen Reinheitsgrad zwischen 40 % bis 65 % meldeten (141). Die für den Zeitraum 1999 bis 2004 verfügbaren Daten belegen insgesamt einen Rückgang des durchschnittlichen Reinheitsgrads von Kokain in den meisten Berichtsländern (142), wobei er allerdings in Estland (seit 2003), Frankreich und Litauen zugenommen hat und in Luxemburg und Österreich stabil geblieben ist.

Internationale Maßnahmen gegen Herstellung und Handel von Kokain

Das von Europol durchgeführte Projekt COLA zielt auf die Ermittlung und Bekämpfung lateinamerikanischer krimineller Vereinigungen und mit ihnen kooperierender krimineller Gruppierungen ab, deren Tätigkeit auf die EU ausgerichtet ist oder die innerhalb der EU agieren und in erster Linie mit dem Kokainhandel befasst sind. Insbesondere wird im Rahmen des Projekts operative Unterstützung bei laufenden Ermittlungsverfahren in den teilnehmenden Mitgliedstaaten geleistet und die strategische Intelligence verbessert. Ergänzt wird das Projekt durch das Europol Cocaine Logo System, das in einem jährlich aktualisierten Katalog Modi operandi sowie fotografische und andere Informationen über Sicherstellungen von Kokain und über Logos/Kennzeichnungen auf den Drogen und ihren Verpackungen zusammenführt, um Übereinstimmungen zwischen Sicherstellungen zu ermitteln und zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung sowie des Informationsaustauschs auf internationaler Ebene beizutragen (Europol, 2006).

Die seit 1999 laufende „Operation Purpur“ hat das Ziel, der Abzweigung von Kaliumpermanganat (143) aus dem legalen Handel für die illegale Herstellung von Kokain vorzubeugen, und zwar in erster Linie in Nord-, Mittel- und Südamerika. Kaliumpermanganat wird in großem Umfang legal gehandelt: Seit 1999 haben 30 exportierende Länder/Gebiete 4 380 Vorabmeldungen über Ausfuhren von insgesamt mehr als 136 560 Tonnen Kaliumpermanganat an das INCB erstattet. Seit 1999 wurden 233 Lieferungen von insgesamt über 14 316 Tonnen der Substanz aufgrund von Zweifeln an der Rechtmäßigkeit der Bestelllungen oder der Endnutzer abgefangen oder beschlagnahmt. Darüber hinaus wurden Abzweigungen von Kaliumpermanganat ermittelt. Im Jahr 2004 wurden in Europa 1,4 Tonnen Kaliumpermanganat sichergestellt, vor allem in der Russischen Föderation, gefolgt von Rumänien und der Ukraine (144) (INCB, 2006b).

Offenbar haben die Drogenhändler Wege gefunden, um die im Rahmen der „Operation Purple“ eingeführten Kontrollen und Beobachtungsmechanismen zu umgehen. Tatsächlich wird zwar die illegale Herstellung von Kokain nicht mit Asien in Verbindung gebracht, jedoch wächst die Besorgnis, dass Drogenhändler bestrebt sind, die Region für die Abzweigung von Kaliumpermanganat aus dem legalen Handel zu nutzen. Darüber hinaus wird befürchtet, dass Drogenhändler über die Karibischen Inseln Kaliumpermanganat in die Anden-Region abzweigen könnten. Daher hat das INCB (2006b) ungeachtet der Anerkennung gewisser Erfolge bei der Ermittlung verdächtiger Transaktionen und dem Abfangen von Lieferungen die Regierungen dringend aufgefordert, Verfahrensweisen für die Rückverfolgung von Informationen aus Sicherstellungen in Kokainlabors zu entwickeln, um die Feststellung des Ursprungs der Substanzen zu ermöglichen, Transitländer zu ermitteln und Handelsunternehmen zu überprüfen, damit es für Drogenhändler schwieriger wird, sich neue Vertriebswege zu erschließen.

Prävalenz und Konsummuster des Kokainkonsums

Vor kurzem durchgeführten nationalen demografischen Erhebungen zufolge haben schätzungsweise etwa 10 Millionen Europäer (145) mindestens einmal im Leben Kokain konsumiert (Lebenszeitprävalenz), das entspricht über 3 % aller Erwachsenen (146). Die gemeldeten Zahlen der einzelnen Länder variieren zwischen 0,5 % und 6 %, wobei Italien (4,6 %), Spanien (5,9 %) und das Vereinigte Königreich (6,1 %) das obere Ende dieses Spektrums bilden. Schätzungsweise haben etwa 3,5 Millionen erwachsene Europäer in den letzten 12 Monaten Kokain konsumiert, das entspricht 1 % der erwachsenen Allgemeinbevölkerung. Die aus den meisten Ländern gemeldeten Raten liegen zwischen 0,3 % und 1 %, wobei die Prävalenzraten in Spanien (2,7 %) und dem Vereinigten Königreich (2 %) höher sind.

Wie andere illegale Drogen wird auch Kokain vor allem von jungen Erwachsenen konsumiert. Die Lebenszeiterfahrung ist bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 34 Jahren am höchsten, währen die 12-Montats-Prävalenz der 15- bis 24-Jährigen etwas höher ist. Kokain wird offenbar vorwiegend im Alter zwischen 20 und 30 Jahren konsumiert, jedoch ist beim Kokainkonsum eine weniger starke Konzentration auf jüngere Menschen festzustellen als beim Cannabiskonsum. Die Lebenszeiterfahrung unter den 15- bis 34-Jährigen liegt zwischen 1 % und 10 %, wobei die höchsten Werte wiederum in Spanien (8,9 %) und dem Vereinigten Königreich (10,5 %) festgestellt wurden. Die 12-Monats-Prävalenz liegt zwischen 0,2 % und 4,8 %, wobei Dänemark, Irland, Italien und die Niederlande Raten von etwa 2 % aufweisen; in Spanien und dem Vereinigten Königreich beträgt die Prävalenzrate über 4 % (Abbildung 6). Daten aus Schulerhebungen belegen eine sehr niedrige Lebenszeitprävalenz des Kokainkonsums zwischen 0 % in Zypern, Finnland und Schweden und 6 % in Spanien. Für den Konsum von Crack wurden mit Raten zwischen 0 % und 3 % noch geringere Lebenszeitprävalenzraten festgestellt (Hibell et al., 2004).


Abbildung 6 12-Monats-Prävalenz des Kokainkonsums unter allen Erwachsenen (im Alter von 15 bis 64 Jahren) und unter jungen Erwachsenen (im Alter von 15 bis 34 Jahren bzw. von 15 bis 24 Jahren)

Anmerkung:

Die Daten stammen aus den jüngsten nationalen Erhebungen, die zum Zeitpunkt der Berichterstattung in den jeweiligen Ländern zur Verfügung standen. Weitere Informationen sind den Tabellen GPS-8, GPS-11 und GPS-18 im Statistical Bulletin 2006 zu entnehmen.

Quellen:

Nationale Reitox-Berichte (2005), auf der Grundlage von demografischen Erhebungen, Berichten oder wissenschaftlichen Artikeln.

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Der Kokainkonsum ist unter jungen Männern stärker ausgeprägt. Beispielsweise wurde in Erhebungen in Dänemark, Deutschland, Spanien, Italien, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Norwegen unter Männern im Alter zwischen 15 und 34 Jahren eine Lebenszeiterfahrung zwischen 5 % und 14 % festgestellt. Die 12-Monats-Prävalenz war niedriger, wobei jedoch vier Länder Raten von über 3 % meldeten: Spanien und das Vereinigte Königreich berichteten über Raten von etwa 6 % bis 7 % (147), woraus der Schluss gezogen werden kann, dass in diesen Ländern etwa einer von 15 jungen Männern in letzter Zeit Kokain konsumiert hat. In städtischen Gebieten dürfte dieser Anteil noch erheblich höher liegen.

In der Allgemeinbevölkerung wird Kokain offenbar vorwiegend gelegentlich – hauptsächlich an Wochenenden und in Freizeitsettings (Bars und Diskotheken) – konsumiert, wobei zuweilen große Mengen der Droge eingenommen werden. In verschiedenen Ländern wurden bei Forschungsstudien unter jungen Menschen in Tanz- und Musiklokalen mit Raten zwischen 10 % und 75 % für den Kokainkonsum wesentlich höhere Prävalenzschätzungen festgestellt als in der Allgemeinbevölkerung (siehe das ausgewählte Thema zum Drogenkonsum in Freizeitsettings). Beispielsweise wurden im Zuge der British Crime Survey 2004/2005 für den Konsum von Drogen der „Klasse A“ unter den Besuchern von Diskotheken und Nachtklubs mindestens doppelt so hohe Prävalenzschätzungen gemeldet wie für den Konsum unter Menschen, die solche Lokale nicht besuchen (Chivite-Matthews et al., 2005) (siehe auch das ausgewählte Thema zum Drogenkonsum in Freizeiteinrichtungen). Durchschnittlich berichtet etwa ein Drittel aller Erwachsenen, die mindestens einmal im Leben Kokain probiert haben, im Laufe der vergangenen 12 Monate Kokain konsumiert zu haben, während im Vergleich dazu nur 13 % angaben, die Droge in den letzten 30 Tagen eingenommen zu haben. Beispielsweise berichten in Spanien, Italien, dem Vereinigten Königreich und Bulgarien (148) 2 % bis 4 % der Männer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren, in den letzten 30 Tagen Kokain konsumiert zu haben. Eine grobe Schätzung des aktuellen Kokainkonsums in Europa ergäbe, dass etwa 1,5 Millionen Erwachsene im Alter zwischen 15 und 64 Jahren (davon 80 % in der Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren) in den letzten 30 Tagen Kokain eingenommen haben. Diese Zahl kann als Mindestschätzwert betrachtet werden, da wahrscheinlich nicht alle Fälle gemeldet werden.

Hinsichtlich der Muster des Kokainkonsums gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen von Konsumenten. In einer in mehreren europäischen Städten durchgeführten Studie wurde festgestellt, dass sozial integrierte Kokainkonsumenten die Droge vorwiegend geschnupft haben (95 %), während nur ein geringer Bruchteil Kokain geraucht oder injiziert hat. Jedoch wurde festgestellt, dass die Droge häufig in Kombination mit Cannabis und Alkohol konsumiert wird (Prinzleve et al., 2004). Die Konsumenten in Behandlungseinrichtungen für Suchtkranke oder aus sozialen Randgruppen gaben häufig an, Kokain zu injizieren. Hohe Raten für den Konsum von Crack wurden in Hamburg, London und Paris und in geringerem Maße auch in Barcelona und Dublin festgestellt. Der Crack-Konsum ist in der europäischen Allgemeinbevölkerung offenbar gering. Beispielsweise liegt die Lebenszeitprävalenz des Crack-Konsums den Berichten zufolge in Spanien bei 0,5 % (2003) und im Vereinigten Königreich bei 0,8 % (Chivite-Matthews et al., 2005). In drei Ländern wurde bei Erhebungen in Klubs für den Crack-Konsum eine niedrigere Lebenszeitprävalenz festgestellt als für den Heroinkonsum (2 % in der Tschechischen Republik, 13 % im Vereinigten Königreich und 21 % in Frankreich). Jedoch gibt der Crack-Konsum in Randgruppen oder unter Opioidkonsumenten in einigen Städten Anlass zu Besorgnis. Beispielsweise war in einer Zielgruppe von 94 weiblichen Straßen-Sexarbeitern in Amsterdam die Lebenszeitprävalenzschätzung für den Konsum von Crack mit 91 % extrem hoch (Korf, 2005, zitiert im nationalen Bericht der Niederlande).

Im Vergleich dazu gaben in der National Survey on Drug Use and Health [Nationale Erhebung über Drogenmissbrauch und Gesundheit] der Vereinigten Staaten für das Jahr 2004 14,2 % der Erwachsenen (12 Jahre und älter) an, mindestens einmal in ihrem Leben Kokain konsumiert zu haben, während die Prävalenzrate im europäischen Durchschnitt bei nur 3 % lag. Der Konsum in den letzten 12 Monaten lag bei 2,4 %, gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 1 %, obwohl in einigen EU-Ländern, z. B. in Spanien (2,7 %) und dem Vereinigten Königreich (2 %) ebenso hohe Raten verzeichnet wurden wie in den Vereinigten Staaten (149). Die vergleichsweise höheren Lebenszeitprävalenzraten in den Vereinigten Staaten sind unter Umständen teilweise darauf zurückzuführen, dass dort die Verbreitung des Kokainkonsums früher begonnen hat.

Für den Konsum unter jungen Erwachsenen (zwischen 16 und 34 Jahren) wurden in den Vereinigten Staaten Raten von 14,6 % (Lebenszeit), 5,1 % (in den vergangenen 12 Monaten) und 1,7 % (in den letzten 30 Tagen) festgestellt, während die durchschnittlichen Raten in der EU bei den 15- bis 34-Jährigen bei etwa 5 % (Lebenszeit), 2 % (in den vergangenen 12 Monaten) bzw. 1 % (in den letzten 30 Tagen) lagen.

Tendenzen des Kokainkonsums


Abbildung 7 Tendenzen bei der 12-Monats-Prävalenz des Kokainkonsums unter jungen Erwachsenen (im Alter von 15 bis 34 Jahren)

Abbildung 7

Anmerkung:

(1) In Dänemark bezeichnet der Wert für 1994 den Konsum „harter Drogen“.

Die Daten stammen aus den jüngsten nationalen Erhebungen, die zum Zeitpunkt der Berichterstattung in den jeweiligen Ländern zur Verfügung standen. Weitere Informationen sind Tabelle GPS-4 im Statistical Bulletin 2006 zu entnehmen.

Quellen:

Nationale Reitox-Berichte (2005), auf der Grundlage von demografischen Erhebungen, Berichten oder wissenschaftlichen Artikeln.

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Seit mehreren Jahren wird vor einem möglichen Anstieg des Kokainkonsums in Europa gewarnt, wobei man sich auf Daten aus unterschiedlichen Quellen stützt (z. B. Marktindikatoren, Behandlungsnachfragen, Todesfälle). Obwohl zunehmend Angaben über Tendenzen des Kokainkonsums in der Bevölkerung verfügbar sind, da mehr Länder wiederholte Erhebungen durchführen, sind die Daten noch immer begrenzt. Im Falle des Kokainkonsums werden die Analysen durch die niedrigeren Prävalenzraten und die wahrscheinlich hohe Dunkelziffer erschwert.

Der jüngste Kokainkonsum (in den letzten 12 Monaten) unter jungen Erwachsenen ist seit Mitte der 90er Jahre im Vereinigten Königreich bis 2000 und in Spanien bis 2001 gestiegen, während in den letzten Jahren eine sichtliche Stabilisierung erfolgte. In Deutschland wurde in den 90er Jahren ein mäßiger Anstieg beobachtet, in den letzten Jahren sind die Raten jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als in Spanien und dem Vereinigten Königreich stabil geblieben (Abbildung 7).

Geringfügige Zunahmen des Konsums in den letzten 12 Monaten wurden in Dänemark (bis 2000), Italien, Ungarn, den Niederlanden (bis 2001) und Norwegen festgestellt. Diese Tendenz ist mit Bedacht zu interpretieren, da sie auf lediglich zwei Erhebungen in den einzelnen Ländern basiert.

Bei Kokain und anderen Substanzen (z. B. Ecstasy, Amphetamine, halluzinogene Pilze) könnten die Tendenzen besser ermittelt werden, indem bei der Analyse der Schwerpunkt auf die Gruppen gelegt wird, auf die sich der Drogenkonsum konzentriert, also insbesondere auf junge Menschen in städtischen Gebieten. Diese Bevölkerungsgruppen werden im ausgewählten Thema zum Drogenkonsum in Freizeitsettings ausführlicher behandelt. Darüber hinaus sollten die Angaben aus den Erhebungen durch gezielte Studien unter jungen Menschen in ausgewählten Gruppen (Nachtklubs) ergänzt werden.

Daten zur Behandlungsnachfrage (150)

Nach Opioiden und Cannabis wird Kokain am häufigsten als Grund für eine Drogentherapie genannt und machte 2004 etwa 8 % aller Behandlungsnachfragen in der EU aus (151). Es ist darauf hinzuweisen, dass Spanien, das in der Regel eine hohe Zahl von Behandlungsnachfragen wegen Kokainkonsums meldet, noch keine Daten zur Verfügung gestellt hat. Hinter dieser Gesamtzahl verbergen sich große Unterschiede zwischen den Ländern: In den meisten Ländern ist die Zahl der Behandlungsnachfragen im Zusammenhang mit Kokain relativ niedrig. In den Niederlanden (37 %) ist der Anteil der Patienten, die sich wegen Kokainkonsums in Behandlung begeben, jedoch wesentlich höher. Gleiches war in der Vergangenheit in Spanien (26 % im Jahr 2002) der Fall. Den jüngsten verfügbaren Daten zufolge liegen die Anteile der Kokainpatienten an allen in Behandlung befindlichen Patienten in einer Reihe von Ländern zwischen 5 % bis 10 % (in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Zypern, Malta, dem Vereinigten Königreich und der Türkei), während diese Anteile in den anderen Ländern sehr niedrig sind (152). In mehreren Ländern ist bei den Erstpatienten der Anteil derer, die bei der Behandlung Kokain als primäre Droge nennen, höher als bei den Patienten insgesamt (153), wobei den Berichten zufolge insgesamt etwa 12 % aller Behandlungsnachfragen von Erstpatienten mit dem Konsum von Kokain in Zusammenhang stehen. Ferner wird Kokain von etwa 12 % der Erstpatienten als Sekundärdroge genannt (154).

Die in den Vorjahren gemeldete zunehmende Tendenz bei der Zahl der Patienten, die eine Behandlung wegen des Konsums von Kokain beantragen, setzt sich fort: Einer Analyse zufolge, bei der nicht gemeldete Daten interpoliert wurden, ist der Anteil der Erstpatienten, die eine Behandlung wegen des Konsums von Kokain beantragen, im Zeitraum von 1999 bis 2004 von etwa 10 % auf 20 % gestiegen (basierend auf 17 EU-Ländern sowie Bulgarien und Rumänien) (155).

Insgesamt stehen die meisten Behandlungsnachfragen wegen Kokainkonsums in Europa nicht im Zusammenhang mit Crack: Etwa 80 % der ambulanten Kokain-Erstpatienten konsumieren den Berichten zufolge Kokainhydrochlorid (Kokainpulver), während weniger als 20 % Crack konsumieren. Crack-Konsumenten stellen für die Behandlungsdienste jedoch unter Umständen eine besondere Herausforderung dar, da sie tendenziell sozial stärker ausgegrenzt sind als die Konsumenten von Kokainpulver. Bei einer europäischen Studie zum Kokainkonsum (Kokainpulver und Crack) wurde ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Crack und sozialen und psychischen Problemen festgestellt. Die Studie ergab aber auch, dass die sozialen oder psychischen Probleme nicht alleine durch den Crack-Konsum selbst zu erklären sind (Haasen et al., 2005). Im Zuge einer vor kurzem in Schottland unter 585 Kokain- und Crackpatienten durchgeführten Studie wurde festgestellt, dass bei Crack-Konsumenten die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie seit längerer Zeit problematische Drogenkonsumenten und stärker in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind (Neale und Robertson, 2004, zitiert im nationalen Bericht des Vereinigten Königreichs).

Betrachtet man das Profil der Kokainpatienten in ambulanten Behandlungseinrichtungen, so stellt man fest, dass Erstpatienten, die Kokain als Primärdroge konsumieren, im Durchschnitt älter sind als andere Drogenkonsumenten: 70 % dieser Patienten sind im Alter zwischen 20 und 34 Jahren, während ein geringerer Anteil (13 %) 35 bis 39 Jahre alt ist (156).

Kokain wird häufig in Kombination mit anderen illegalen oder legalen Sekundärdrogen konsumiert, zumeist mit Cannabis (31,6 %), Opioiden (28,6 %) oder Alkohol (17,4 %) (157). Lokale Studien unter injizierenden Drogenkonsumenten belegen, dass in einigen Gebieten die Kombination von Heroin und Kokain in einer Injektion (von den Drogenkonsumenten zuweilen als „Speedballing“ bezeichnet) zunehmend Verbreitung finden könnte. In den Behandlungsdaten wird derzeit immer häufiger die Kombination von Opioiden und Kokain genannt. Von den Patienten, die Opioide als Primärdroge nennen, geben in Italien 31 %, in den Niederlanden 42 % und im Vereinigten Königreich 44 % Kokain als Sekundärdroge an. Von den Patienten, die Kokain als Primärdroge angeben, nennen in Italien 28 % und im Vereinigten Königreich 38 % Opioide als Sekundärdroge.

Behandlung der Kokainabhängigkeit

Die Wirksamkeit einer pharmakologischen Behandlung der Abhängigkeit von Kokain oder anderen Psychostimulanzien ist nicht hinreichend belegt. In ihrer umfassenden Untersuchung über den Einsatz von Pharmakotherapien bei Konsumenten von Psychostimulanzien kommen jedoch Shearer und Gowing (2004) zu dem Schluss, dass die Substitutionstherapie, die bei einer Abhängigkeit von Opioiden oder Nikotin erfolgreich eingesetzt wird und geeignet ist, Konsumenten dazu zu bewegen, sich in Behandlung zu begeben und darin zu verbleiben, noch nicht in angemessener Weise an Konsumenten von Stimulanzien getestet wurde. Eine Auswertung der vorhandenen Literatur über die Reaktionen auf Kokainbehandlungen und die Wirksamkeit dieser Therapien, einschließlich der Maßnahmen im Hinblick auf psychische Erkrankungen von Crack-Konsumenten, wurde vor kurzem von der EBDD veröffentlicht (158).

In einigen Ländern, darunter in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich, werden gegenwärtig erhebliche Investitionen in die Entwicklung immuntherapeutischer Behandlungsmöglichkeiten getätigt, bei denen Antikörper gebildet werden, die Kokain im Blutkreislauf neutralisieren, bevor es das zentrale Nervensystem erreicht (siehe Kasten zur Immuntherapie für Kokainabhängige).


Kasten 13: Immuntherapie für Kokainabhängige

Während Heroinabhängigkeit mit Agonisten wie Methadon oder Antagonisten wie Naltrexon behandelt werden kann, sind für Kokainabhängige gegenwärtig keine medizinischen Therapien verfügbar. Der Grund hierfür liegt offenbar in der Wirkungsweise von Kokain auf die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin im Gehirn. Während Heroin an die Opioidrezeptoren im Gehirn wie beispielsweise die μ‑Rezeptoren anbindet und damit die Wirkung der gehirneigenen Endorphine imitiert, verhindert Kokain die Wiederaufnahme von Dopamin (und auch von Serotonin) durch die neuronalen Synapsen, nachdem es seine Wirkung entfaltet hat. Dies führt zu einer erhöhten Dopaminkonzentration und damit zu einer Verlängerung und Verstärkung der Wirkung des Dopamins.

Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass es unmöglich ist, eine medizinische Behandlung der Kokainabhängigkeit zu entwickeln, sondern lediglich, dass dies mit größeren Schwierigkeiten verbunden ist und dabei von anderen Ansätzen ausgegangen werden muss als bei der Entwicklung von Therapien für Heroinabhängige.

Ein sehr interessanter Forschungsansatz ist die Immuntherapie: Man versucht, einen Impfstoff zu entwickeln, der die Wirkung des Kokains tatsächlich „neutralisiert“, indem er verhindert, dass die Droge das Gehirn erreicht. Das Grundkonzept wurde bereits ersten Tests unterzogen. Ein im Vereinigten Königreich entwickelter Impfstoff wurde an einer kleinen Gruppe von insgesamt 18 Kokainabhängigen über einen Zeitraum von 14 Wochen getestet. Dabei wurde festgestellt, dass drei Viertel der geimpften Kohorte der Kokainabhängigen ohne unerwünschte Nebenwirkungen in der Lage waren, über einen Zeitraum von drei Monaten drogenfrei zu bleiben. Darüber hinaus gaben sowohl die Patienten, die rückfällig geworden waren, als auch jene, die drogenfrei geblieben waren, sechs Monate später an, dass ihr Euphoriegefühl nicht mehr so stark sei wie vor der Impfung. Infolge dieser Ergebnisse durchläuft der als Drogen-Protein-Konjugat TA-CD bekannte Impfstoff die zweite Phase der klinischen Studien. Ein weiterer immuntherapeutischer Ansatz basiert auf der Entwicklung monoklonaler Antikörper gegen Kokain. Dieser hat jedoch erst vorklinische Studien durchlaufen.

Angesichts der möglichen Vorteile des Vakzins TA-CD wurden ethische Fragen bezüglich des Einsatzes dieses Impfstoffs laut: Wer würde ihn erhalten, wer würde anhand welcher Kriterien darüber entscheiden usw.


Die Kombination mehrerer spezieller psychosozialer Behandlungsmaßnahmen gilt derzeit als die vielversprechendste Option für die Konsumenten von Kokain und anderen Psychostimulanzien. Es wurde gezeigt, dass durch eine Kombination des Community Reinforcement Approach [Gemeindenaher Verstärkeransatz] (CRA) mit dem Kontingenzmanagement eine kurzfristige Eindämmung des Kokainkonsums erreicht werden kann (Higgins et al., 2003; Roozen et al., 2004).

CRA ist ein intensives Behandlungsverfahren, bei dem Familie, Freunde und andere Mitglieder des sozialen Netzes des Patienten in die Behandlung einbezogen werden. Der Patient lernt, soziale Kontakte herzustellen, sein Selbstbild aufzuwerten, Arbeit zu finden und sich befriedigende Freizeitaktivitäten zu erschließen. Ziel ist es, eine Änderung der Lebensweise herbeizuführen (Roozen et al., 2004). In Kombination mit dem Kontingenzmanagement – einem Verfahren, das darauf abzielt, das Verhalten des Patienten zu beeinflussen, indem ihm sinnvolle Anreize geboten werden, z. B. Geschenke, Gutscheine oder bestimmte Privilegien, die für kokainfreie Urinproben gewährt werden – wurden bei kokainabhängigen ambulanten Patienten sowohl während der Behandlungsphase als auch während der Nachbetreuung positive Effekte hinsichtlich des Drogenkonsums und des psychosozialen Verhaltens erzielt, wobei die Auswirkungen auf den Kokainkonsum offensichtlich auf die Dauer der Behandlung begrenzt blieben (Higgins et al., 2003).

Neue Konzepte für die überaus problematischen Gruppen der Heroinkonsumenten, die auch Kokain oder Crack einnehmen, legen den Schwerpunkt auf die Schadensminimierung als primäres Behandlungsziel und kombinieren Verhaltenstherapien, insbesondere Kontingenzmanagement-Ansätze, mit methadongestützten Erhaltungstherapien oder heroingestützten Behandlungen (Schottenfeld et al., 2005; van den Brink, 2005; Poling et al., 2006).

Konzepte zur Schadensminimierung

In Europa werden Konzepte zur Schadensminimierung für Kokainkonsumenten nur in begrenztem Maße entwickelt. Dies könnte sich nun ändern, da das zunehmende Bewusstsein sowohl für das Ausmaß des Kokainkonsums als auch für die damit verbundenen Probleme dazu beiträgt, dass auch das Interesse an der Entwicklung von auf die Bedürfnisse von Kokainkonsumenten zugeschnittenen Maßnahmen steigt. Es ist zwar nach wie vor weitgehend unerforscht, inwieweit Prävention und Konzepte zur Schadensminimierung zur Verringerung der mit dem Kokainkonsum verbundenen Probleme beitragen, jedoch könnten sich einige Bereiche durchaus für die Entwicklung solcher Konzepte eignen. Beispielsweise ist es möglich, dass Kokainkonsumenten von Maßnahmen profitieren, die sich mit Themen wie der erhöhten Toxizität der Kombination von Kokain und Alkohol, dem möglichen Zusammenhang zwischen Kokainkonsum und kardiovaskulären Erkrankungen oder bestimmten Verhaltensweisen befassen, die den Konsumenten einem erhöhten Risiko aussetzen, sich mit HIV zu infizieren oder Opfer eines Unfalls oder Gewaltverbrechens zu werden. Da der Kokainkonsum sprunghaft ansteigen kann, könnte es auch sinnvoll sein, Kurzinterventionen zu erarbeiten, die die Konsumenten auf die Tatsache aufmerksam machen, dass sie demnächst die negativen Folgen ihres Drogenkonsums zu spüren bekommen könnten.

Aufgrund der mit dem Crack-Konsum verbundenen schwerwiegenden gesundheitlichen und sozialen Probleme liegen für die Entwicklung von Leistungen für diese Gruppe mehr Erfahrungswerte vor, wobei sich die Tätigkeiten jedoch auf die relativ wenigen europäischen Städte beschränken, in denen der Crack-Konsum ein erhebliches Problem darstellt. In einer Reihe von Städten wurden im Rahmen aufsuchender Sozialarbeit Maßnahmen für Crack-Konsumenten durchgeführt. Die Arbeit mit dieser Bevölkerungsgruppe gilt als schwierig, und man versucht im Zuge dieser Maßnahmen, diese Menschen zu erreichen. Zwar liegen nach wie vor nur wenige Evidenzdaten vor, jedoch haben einige Studien gezeigt, dass durchaus weitere positive Effekte erzielt werden können. Beispielsweise wurden im Rahmen einer Studie über ein innovatives aufsuchendes Behandlungsprogramm in Rotterdam (Henskens, 2004, zitiert im nationalen Bericht der Niederlande) Faktoren ermittelt, die sich als wichtig für die Behandlung dieser Patientengruppe erwiesen haben, deren Einbindung in herkömmliche Drogendienste sich häufig schwierig gestaltet.

Die kompulsiven Muster des Crack- und Kokainkonsums können mit einer zunehmenden Bereitschaft zu riskanten sexuellen Verhaltensweisen einhergehen. Daher zielen einige niedrigschwellige Programme speziell auf Crack konsumierende Prostituierte ab. Im Rahmen dieser Programme werden Informationen über geschützten Geschlechtsverkehr sowie sicheren Drogenkonsum vermittelt und Kondome und Gleitmittel ausgegeben (siehe das ausgewählte Thema über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern).

Ein stärker umstrittenes Konzept wurde in einigen europäischen Städten umgesetzt, in denen die sicheren Drogenkonsumräume, die in der Regel für den injizierenden Drogenkonsum eingerichtet wurden, nun auch das Inhalieren von Drogen ermöglichen. In mehreren Städten in den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz wurden überwachte Konsumräume geschaffen, in denen Drogen inhaliert werden können (EBDD, 2004c). Zwar liegt eines der Hauptziele dieser Dienste darin, einen Drogenkonsum unter hygienischen Umständen zu ermöglichen, es gibt jedoch einige Belege dafür, dass die Räume auch als Kontaktstellen für die Vermittlung in andere Betreuungsdienste dienen können. Beispielsweise wurden im Jahr 2004 während der sechsmonatigen Beobachtung eines Dienstes in Frankfurt 1 400 überwachte Konsumvorgänge, 332 Kontaktgespräche, 40 Beratungen und 99 Vermittlungen in andere Drogendienste dokumentiert.


(133) Siehe „Interpretation der Sicherstellungen und anderer Marktdaten“.

(134) Alle Flüge von den Niederländischen Antillen sowie aus Aruba, Surinam, Peru, Venezuela und Ecuador werden zu 100 % kontrolliert. Im Jahr 2004 wurden 3 466 Drogenkuriere infolge dieser gesonderten Kontrollen und 620 Kuriere bei regulären Kontrollen festgenommen (Nationaler Bericht der Niederlande).

(135) Dies ist zu überprüfen, sobald die fehlenden Daten für das Jahr 2004 vorliegen. Für Irland und das Vereinigte Königreich lagen für 2004 weder Daten zur Zahl der Sicherstellungen noch zu den sichergestellten Mengen von Kokain vor. Für die Niederlande lagen für 2004 keine Daten zur Zahl der Sicherstellungen von Kokain vor. Für die Ermittlung von Schätzwerten wurden die fehlenden Daten für 2004 durch Daten aus dem Jahr 2003 ersetzt. Die von den Niederlanden bereitgestellten Daten über die 2004 sichergestellten Mengen waren lediglich Schätzungen, die nicht in die Analyse der Tendenzen für 2004 einbezogen werden konnten.

(136) Siehe Tabelle SZR-9 im Statistical Bulletin 2006.

(137) Siehe Tabelle SZR-10 im Statistical Bulletin 2006.

(138) Siehe Tabelle PPP-3 im Statistical Bulletin 2006.

(139) Dabei dient in allen Ländern das Jahr 1999 als Basisjahr für den Geldwert.

(140) Für den Zeitraum von 1999 bis 2004 waren in Belgien, der Tschechischen Republik, Deutschland, Spanien, Frankreich, Irland, Zypern, Lettland, Litauen, Luxemburg, Polen, Portugal, Slowenien, Schweden, dem Vereinigten Königreich, Bulgarien, der Türkei und Norwegen Daten über die Kokainpreise für mindestens drei aufeinander folgende Jahre verfügbar.

(141) Siehe Tabelle PPP-7 im Statistical Bulletin 2006.

(142) Für den Zeitraum von 1999 bis 2004 waren in Belgien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Deutschland, Estland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Ungarn, den Niederlanden, Österreich, Portugal, der Slowakei, dem Vereinigten Königreich und Norwegen Daten über die Reinheitsgrade von Kokain für mindestens drei aufeinander folgende Jahre verfügbar.

(143) Dieser Grundstoff wird zur Herstellung von Kokain verwendet und ist in Tabelle I des Übereinkommens von 1988 aufgeführt.

(144) Diese Daten beinhalten nicht die bei abgefangenen Lieferungen beschlagnahmten Mengen.

(145) Berechnet auf der Grundlage des gewichteten Mittels der nationalen Daten; weitere Einzelheiten sind Fußnote () zu entnehmen.

(146) Detaillierte Daten für jedes Land sind der Tabelle unter „General population surveys of drug use“ [Erhebungen zum Drogenkonsum in der Allgemeinbevölkerung] im Statistical Bulletin 2006 zu entnehmen.

(147) Siehe Abbildung GPS-9 im Statistical Bulletin 2006.

(148) Erhebung 2001. In der Erhebung 2003 wurde dem Bericht zufolge in den 10-Jahres-Altergruppen keine Aufschlüsselung nach Geschlechtern vorgenommen.

(149) Quelle: SAMHSA, Office of Applied Studies, National Survey on Drug Use and Health [Nationale Erhebung über Drogenmissbrauch und Gesundheit], 2004 (http://oas.samhsa.gov/nhsda.htm#NHSDAinfo). Es ist zu beachten, dass in der Erhebung der Vereinigten Staaten die Altersspanne für „alle Erwachsenen" (ab 12 Jahren) breiter ist als die in den EU-Erhebungen angewandte Standardaltersspanne (15 bis 64 Jahre). Die Zahlen für die Altergruppe zwischen 16 und 34 Jahren in den Vereinigten Staaten wurden von der EBDD neu berechnet.

(150) Siehe Fußnote (70).

(151) Siehe Abbildung TDI-2 im Statistical Bulletin 2006.

(152) Siehe Tabelle TDI-5 im Statistical Bulletin 2006. Die Daten für Spanien beziehen sich auf das Berichtsjahr 2002.

(153) Siehe Tabelle TDI-4 im Statistical Bulletin 2006.

(154) Siehe Tabelle TDI-23 im Statistical Bulletin 2006.

(155) Siehe Abbildung TDI-1 im Statistical Bulletin 2006.

(156) Siehe Tabelle TDI-10 im Statistical Bulletin 2006.

(157) Siehe Tabelle TDI-24 im Statistical Bulletin 2006.

(158www.emcdda.europa.eu/?nnodeid=400.